Von 0 auf 100 – von der Haushaltsmanagerin, die ich nie werden wollte.

Als ich relativ fließend vom Studium ins Berufsleben übergegangen bin, habe ich mich vor allem auf ein paar wenige Dinge gefreut: einen anständigen Gehaltscheck, ein paar neue Turnschuhe und ein neuen Laptop. Aber vor allem auf die Aussicht dem WG-Leben bald bye bye sagen zu können. Das hatte weniger mit meinen Mitbewohnern zu tun, die durchaus auch recht knuffig waren, sondern vielmehr damit, dass ich endlich meine eigenen 4 Wände haben wollte. Einen Platz wo mich niemand stört, wenn ich ihn nicht rein lasse, einen Ort wo man auf gut deutsch gesagt auch mal nacksch durch die Bude rennen kann. Und was mache ich Dussel? Ich lasse mich nach Uganda schicken. Ruhe, Abgeschiedenheit – kannste vergessen! Nicht nur, dass dir von allen Seiten eingeschärft wird, dass man ja eine soziale Verantwortung hat und entsprechend Arbeitgeber sein muss, sondern man braucht die Leute auch einfach. Und sei es allein wegen der Sicherheit. Da ich inzwischen Mieterin eines kleinen Anwesens – oder wie ein Freund hier neulich sagte: „Du hast ja ein Schloss!“ – bin, aber den ganzen Tag arbeite, gebe ich inzwischen auch zu, dass ich den Gedanken einer Haushaltshilfe, die die gröbsten Einkäufe erledigt und sich darum kümmert, dass das Haus in Schuss und sauber gehalten wird, gar nicht so schlecht finde. Nun beginnen aber die Kopfschmerzen. Uganda ist nun mal Uganda und Ugander sind Ugander. Als erstes betrieb ich „Marktforschung“. Was verdienen House Maids denn so hier. Der erste Schocker. Jemand der etwa 80 Euro/Monat in Jinja verdient ist schon gut dran. Eigentlich sollte es mich freuen, aber ich will ja auch, dass meine Angestellten zufrieden sind, sich Essen leisten und ihre Familie ernähren können. Der erste Fehler, wie man mir sagte. Wenn ich so denke, würde ich bald das ganze Dorf ernähren. Ugander sind eben Gemeinschaftstiere. Und so halte ich mich also mehr oder weniger erst mal an die Vergütungsvorschläge der befragten Bekannten. Das nächste was ich versuchte durch ein anständiges Gehalt zu vermeiden war bestohlen zu werden. Meine Marktforschung haben ergeben, dass eigentlich niemand seine erste Putzkraft behält, man eigentlich immer davon ausgehen muss über den Tisch gezogen zu werden und das wahrhafte Perlen rar sind – ein Grund mehr die wahrhaften Perlen etwas anständiger zu bezahlen. Also stand für mich schon fest: keine Experimente. Eine Maid kommt mir nur ins Haus, wenn sie mit besten Referenzen kommt und ich sie mag. Also fange ich an rum zu fragen. Einziges Problem: Jeder der eine wahrhafte Perle hat, will sie natürlich nicht ziehen lassen. Aber ich habe Glück. Ich habe bereits ein paar Freunde in Jinja gemacht. Und wie es hier halt immer so ist: Der Freund eines Freundes kennt wen… Auch andere Expatriots (für alle, die diese Vokabel nicht kennen: Im Ausland lebende Westler!) wollen natürlich ihre Angestellten unterbringen, wenn sie das Land verlassen. Und so treffe ich mich zunächst mit Miriam. Miriam zeige ich das Haus. So richtig warm werde ich mit ihr nicht. Und als sie dann auch noch sagte, dass sie das Haus in 2 Stunden sauber gemacht hätte, weiß ich, dass wir uns nicht einig werden.

Meine kleine Villa ist ein Rohdiamant. Im Moment ist es nicht im besten Zustand, vermutlich vor allem weil die Vormieterin selten hier war und eben auch keine Zeit hatte sich zu kümmern und Handwerker zu betreuen und zu kontrollieren. Das Haus ist mit drei Badezimmern und drei Schlafzimmern recht groß – durch die vielen Fenster kommt überall Staub herein. Also eigentlich kann man direkt mit dem Putzen wieder anfangen sobald man fertig ist. Die Fenster sind der erste Graus – die wurden in den letzten Jahren vermutlich nicht geputzt. Jedenfalls gibt es hier ausreichend zu tun, dass ich mir sicher war, dass es mit den von Miriam vorgeschlagenen 2 Stunden nicht getan war. Hinzu kommt, dass ich mir jemanden erhoffte, der für mich auch Einkäufe erledigen kann und sich auch ein bisschen um das Haus herum kümmert. Jemand, der während des Tages da ist.

Also suchte ich weiter und nahm die Empfehlung des Freund eines Freundes unter die Lupe. Da er sie nur an zwei Tagen die Woche beschäftigte, eigentlich ideal. Er hat sie seit bereits einem Monat und war bisher sehr zufrieden. Also gab ich mir einen Ruck und traf sie. Sie ist Aisha. Und eine ihrer ersten Fragen war, ob wir zwei Besen kaufen könnten, damit der Staub von außen nicht nach innen käme. Und innerlich freute ich mir einen Keks – nicht nur, dass ich Aisha mochte, sondern ich hatte ernsthafte Hoffnung, dass ich ihr beibringen würde, dass man mit dem Lappen, mit dem man de Toilette reinigt nichts anderes sauber macht. Wir werden sehen, wie es weiter geht. Bisher arbeitet sie recht gut. An der Pünktlichkeit müssen wir vielleicht noch etwas schrauben aber ich bin guter Dinge. Damit ist das erste Problem in Sachen Residenz gelöst: Jemand putzt die Bude an wenigstens 4 Tagen in der Woche. Das nächste Problem, dass meine Einsamkeit stört ist der Faktor Sicherheit. Es ist gut jemanden im Haus zu haben Tagsüber aber eingebrochen wird hier vor allem nachts. Ich habe inzwischen die Handynummern von wenigstens zwei recht zuverlässigen Polizeimännern und lebe nicht allein hier – ich habe 4 Untermieter in zwei weiteren kleinen Häusern, die sich auf dem Grundstück befinden.  Aber, was als nächstes her muss sind Wachmänner. Diese sind dann 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche vor Ort. Nie mehr alleine. Ein für mich beängstigender Gedanke. Vor allem weil diese Leute wissen, wenn ich komme und wenn ich gehe. Im Zweifel muss ich mich auf sie verlassen. Sie patrollieren das Grundstück und sollen für Sicherheit sorgen. Alles in allem werde ich wohl 4 Wachmänner haben – jeder soll ja schließlich auch die Möglichkeit auf wenigstens einen Tag frei in der Woche haben und es gibt eine Tages und eine Nachtschicht.

Für mich sowie den kritischen Leser mag das alles vielleicht etwas Neo-Kolonial daher kommen. Vielleicht einer der Gründe warum ich mich doch innerlich etwas dagegen sträube. Es gilt eben das Beste darauf zu machen – für mich und meine Angestellten. Wenn sie gut sind, sollen sich ihre Arbeit lohnen.

Das war es also mit meiner Einsamkeit – Untermieter, Wachmänner, Maid… Ein ganzes Kommando an Leuten, die es zu managen gilt. Ein Job für nach dem Job. Etwas als das ich mich nie gesehen hätte – denn ich wollte doch eigentlich nur eine kleine, leicht zu putzende Zweizimmerwohnung für mich ganz alleine… und nun bin ich eben in Uganda.

Ein Schloss für die Prinzessin

 

Also ich etwa 6 oder 7 Jahre alt war sagte mein (Lieblings-)Cousin Moritz während eines Spazierganges durch das Schloss Eckberg, dass er mit 30 seine erste Million gemacht haben würde, er dieses Schloss kaufen und ich das Turmzimmer haben dürfe. Ich mochte zwar keine Tiere, war aber 6 oder 7 und fragte also auch gleich noch nach einem Ponny – das gehörte sich so. Auch dieses versprach er. Heute, nur wenige Jahre später ist Moritz gut jenseits der 30 und gut, ich auch jenseits der 7 (aber darüber wollen wir hier jetzt nicht reden) . Ob er die erste Million gescheffelt hat, weiß ich nicht, aber mein Turmzimmer und das Ponny habe ich immer noch nicht. Das soll keine Anklage sein, vielmehr eine Feststellung 😀

Jedenfalls muss eine Prinzessin irgendwann tun, was eine Prinzessin tun muss: die Sachen selbst in die Hand nehmen. Wenn ich nun also schon ans Ende der Welt oder besser gesagt an den Äquator ziehen muss, dann muss auch eine solide Behausung her. Etwas mit Gästezimmer, damit auch Gäste kommen können. Und so habe ich bereits vor ein paar Wochen in zentraler Lage ein Haus gefunden, dass ein nettes Grundstück mit schönem Garten, ein paar Bananenstauden, ein paar Papayabäumen und ausreichend Gästezimmer hat, sodass Platz für Gäste kein Problem ist. Nachdem inzwischen die Vormieterin ausgezogen ist, kann ich mich um die Aufmöbelung meiner noch unaufpolierten Residenz kümmern. Alle Rohre müssen gereinigt werden, ein Elektriker muss her, der sich die Hütte mal genau anguckt und so eine Residenz muss auch mit Möbeln ausgestattet werden.

All das geht nu peut a peut vorwärts. Der Kemptner ist bereits seit zwei Tagen im Haus und wird wohl auch noch bis zum Wochenende bleiben. Volles Programm: Rohre reinigen, Tanks (man sammelt hier immer Wasser in einem Tank für die Momente wo das Wasser abgestellt wird – und die gibt es ausreichend!) sauber machen, Waschbecken austauschen (ja, eine Vormieterin hat das Waschbecken rostig bekommen. Wie auch immer man das macht?!), Waschmaschine anschließen und so weiter. Man muss natürlich immer daneben stehen, sagen, dass das neue Waschbecken schief ist (Wasserwage hat hier niemand!) oder der frisch in die Fugen geschmierte Zement bröckelig wird. Aber wenn man regelmäßig nachschaut, dann macht der Kemptner die Arbeit auch ganz ordentlich. Problem ist eben nur, man muss wirklich nachschauen. Dafür muss man sich frei nehmen – oder genug Überstunden haben und / oder home office für ein paar Tage machen. Ich kombiniere das momentan wild – heute habe ich aber offiziell frei weswegen ich auch ausnahmsweise die Zeit finde mal wieder etwas zu schreiben.

Nun mag der ein oder andere Leser jetzt vielleicht sagen: Wo ist das Bild, wir wollen die Hütte auch sehen… Aber ich muss enttäuschen. Es wird auf dem Blog kein Bild geben. Gerne schicke ich dem interessierten bilateral ein Bild zu. Aber die Bilder von meinem indischen Stadthaus, dass ich zwischenzeitlich gemietet hatte, hat ein Blog einfach frech von hier kopiert, eine falsche Story veröffentlich (dass ich das Haus gekauft hätte und wie toll doch wäre, dass die Westler nun die Stadt aufkaufen) und einmal etwa 6.000 Menschen, die den falschen Beitrag auch noch geliked haben preis gegeben wo ich residiere. Nur nach Androhung von rechtlichen Konsequenzen wegen Verletzung der Urheber-Rechte, Persönlichkeitsrechte und weil ich gedroht habe, dass sie jeglichen Schaden der mir durch eventuelle Einbrüche entstehen würde zahlen müssten, konnte ich sie dazu bringen den Eintrag zu löschen. Daher keine Bilder meiner Residenz mehr. Es spricht sich auch so schnell genug rum wo ich wohne. Jinja ist eine Kleinstadt, wenn es danach geht und die vielen Einwohner, die es eigentlich hat, merkt man Jinja oft nicht an. Über alles und jeden wird getratscht, viel Falsches. Jeder Mist wird geglaubt – man darf es ja eigentlich nicht laut sagen aber viele Leute sind hier eben nicht nur nicht gut ausgebildet sondern vielleicht auch nicht die hellste Kerze am Kronleuchter. Und dann findet man zwischenrein eine kleine zarte Pflanze die wirklich klug ist aber nie die Chance auf eine gute Ausbildung hatte und sich gerade so über Wasser hält. Uganda macht es einem manchmal nicht leicht und manchmal bin ich etwas ratlos, was ich von Land und Leuten halten soll.

Aber, da ich ja jetzt meine Residenz habe und momentan mein bestes gebe, dass diese wieder in hellem Glanz erstrahlt, möchte ich nochmals betonen, dass ich mich über Besuch von Familie, Freunden und Bekannten sehr freuen würde. Die erste mutige Besucherin kommt bereits am ersten Weihnachtsfeiertag und ich freue mich schon sehr. Zusammen werden wir Uganda bereisen und Jinja unsicher machen. Abenteuer stehen an. Leben kommt hoffentlich in die Bude – ähm, das Schloss.

In diesem Sinne wird es Zeit hier endlich anzukommen und ein Heim zu bauen. Und langsam komme ich zu diesem Punkt. Ich finde langsam Freunde und baue mir ein Netzwerk und das ist gut so. Uganda hat das Potential ein gutes zu Hause zu werden. Aber kommt und seht selbst.

Und für meinen Lieblingscousin Moritz, der mir noch ein Turmzimmer und ein Pony schuldet: Eine Baby-Giraffe wäre auch ok.

The Fat Lady

Angekommen in Jinja weiß ich noch immer nicht, was ich von diesem Örtchen zu halten habe. Man kann jetzt nicht sagen, dass ich bereits viel Zeit hatte die Stadt unsicher zu machen, denn ich hocke jeden Tag von 7:50 bis 17:30 brav im Büro. Momentan mein einziger Zugang zum Internet. Langsam wie sau, aber wer wird sich beschweren…

Den Tag der Deutschen Einheit habe ich quasi fast vollkommen verpasst. Frei?! Nicht hier. Wir nehmen hier eher die ugandischen Feiertage mit. Bzw. mein Chef hält auch nicht so viel von Pausen oder Wochenenden und hat für sich selbst beschlossen doch direkt durch zu arbeiten… Nun gut. Wir hoffen mal, dass das nicht auch für uns gelten muss. Jedenfalls habe ich es in letzter Minute geschafft noch eine Einladung für die Feier am Abend in der Residenz des Botschafters zu ergattern. Dort gab es dann auch ein paar Gläslein Grauburgunder und ein paar Nürnberger. Lange konnte ich nicht bleiben, da wir am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe nach Jinja aufgebrochen sind. Für nächstes Jahr habe ich mir jedoch fest vorgenommen der Party etwas ausgiebiger beizuwohnen, ein paar mehr Kontakte zu knüpfen und vielleicht auch das Tanzbein zu schwingen wie in guten alten Zeiten in Südafrika auf dem Parties des Goethe Institutes. Jedenfalls ging es danach ab nach Jinja, wo ich übergangsweise in einem der unzähligen niedlich anmutenden indischen Stadthäuser wohne, eine Straße von der Hauptstraße entfernt und keine 5 min Fußweg zur Arbeit, was praktisch ist, da ich noch kein Auto kaufen konnte. Sicherheitstechnisch bekäme unser Sicherheitschef im Büro wahrscheinlich die Krise aber die meisten meiner Sachen habe ich auch noch bei der Kollegin in Kampala gelassen. Mein aktuelles Sicherheitssystem besteht aus 4 Vorhängeschlössern, die ich für ein kleines Vermögen in Kampala gekauft habe. Diese werden mit mir dann auch ins neue Haus umziehen – immerhin keine sinnlose Investition was das betrifft. Das neue Haus?! Ich schiele seit Anfang des Monats auf ein kleines Haus, durchaus bezahlbar, mit zwei Gästezimmern, einem großen Wohnzimmern und auf dem Anwesen noch zwei kleinere Hütten die derzeit untervermietet sind und es auch bleiben sollen. Das Haupthaus wird meins. Es hat 2 Gästezimmer,, 3 Badezimmer, ein kleines Büro für mich am Hauptschalfzimmer und neben einer Küche auch noch einen Essbereich, ein Wohnzimmer und eine kleine Terasse. Dazu gibt es einen durchaus netten Garten auf dem bereits Bananenbäume stehen und die von mir noch um eine Limette und einen Avocadobaum ergänzt werden. Klingt eigentlich alles gut – am Haus muss jedoch noch ein bisschen was gemacht werden und es ist unmöbliert: Ich werde mich also einrichten müssen. Aber nach einigem hin- und her gerechnet habe ich feststellen müssen, dass mit der günstigerem Miete ich dennoch nach einem Jahr den Punkt erreicht habe, wo es sich lohnt sich selbst einzurichten und ein bisschen was am Haus zu machen. Und Freizeitbeschäftigung habe ich so auch direkt…  So weit der Plan. Ich hoffe in den nächsten zwei Wochen mit unterschriebenen Mietvertrag aufwarten zu können und zum 1. November einzuziehen. Da im Dezember bereits mein erster Besuch kommt, die liebe Sabine, will ich bis dahin das gröbste fertig haben.

Nun aber zu Jinja:

Wen euch die kleinen Tante-Emma-Supermärkte, die man allzu oft nur noch in verschlafenen bayrischen oder Österreichischen Dörfern findet zusagen, dann kommt nach Jinja. Der größte Supermarkt, den ich finden konnte, würde bei mir immer noch unter Tante-Emma-Laden laufen. Immerhin: 4 bis 5 Regalreihen. Dennoch findet man die meisten Sachen: Es gibt gesalzene Butter, etwas Käse – wenn auch immer nur de gleiche Sorte und nicht besonders doll, Joghurt, Eier etc. Wein und Co gibt es allerdings nicht überall. Dafür muss man ein wenig die Straße auf und ab gehen bis man einen Supermarkt gefunden hat, der weder von gläubigen Hindus noch von Muslimen betrieben wird. Aber alles machbar. Man wird dann um die 50.000 bis 60.000 Schilling los für eine Flasche einfachen südafrikanischen Wein. Also rund 15 bis 20 Euro. Vollkommen überteuert. Daher räumen wohl schon mal alle Besucher der Zukunft mental Platz in Ihrem Koffer für Wein frei 😉 Für ein stück gesalzene Butter legt man bis zu 4 Euro auf en Tisch – man gönnt sich ja sonst nix. An eines muss man sich aber gewöhnen: Einkaufen heißt suchen. Nicht immer oder eigentlich nie ist alles überall verfügbar. In periodischen Abständen sind Produkte, die es kurz zuvor noch in Massen gab, plötzlich verschwunden. Wann sie wieder verfügbar sind? Weiß keiner. Und unter garantie behaupte der Verkäufer, dass es das Produkt in der ganzen Stadt nicht mehr gäbe, was eigentlich immer eine Lüge ist.

Aber Hunger leiden muss man trotzdem nicht. Die wichtigsten Sachen gibt es. Sogar eine Kneipe die am Rande richtiges Brot verkauft. Anders als von meinem Kollegen behauptet gibt es eigentlich überall Eiscreme und mit dem weiten Angebot an Früchten in der Markthalle kann man auch jegliche Art von Sorbet selbst machen. Also, verhungern werde ich in Afrika wahrscheinlich nicht, wobei der Verzicht auf Kohlehydrate vielleicht eine gute Idee wäre, so wurde ich doch neulich hier so empfangen : „ Maria, you have put on some weight!“ – was so viel heißt, Maria, du hast zugenommen. Nun, da ich aus meiner deutschen Haut nur schlecht raus komme war meine natürliche Reaktion „Excuse me?!“ – was so viel heißt wie „Bitte was?!“. Ein interessanter Auftakt, vor allem weil er von ein der der jüngeren Kolleginnen kam. Wäre es eine ältere Kollegin gewesen, wäre dies ganz klar als Kompliment zu werten gewesen und hätte so viel geheißen wie „ dir scheint es gut zu gehen, gesund siehst du aus.“ Bei der jüngeren Generation wandelt sich dieses Schönheitsideal jedoch. Niemand in der jungen Generation möchte fett sein. Man orientiert sich durchaus an den durch die westlichen Medien vermittelten Idealbilder. Und so sitze ich auch noch heute, 5 Tage nach dieser Begrüßung hier und rätsle ob mir die ugandische Kollegin ein Kompliment gemacht oder mich beleidigt hat.

Wo wir gerade bei den Rubensdamen sind, so möchte ich euch doch von meinem gestrigen Abend erzählen: Vor einiger Zeit schon habe ich übers Internet versucht Kontakte zur Expat-Community (der Gemeinschaft der meist westlichen Ausländer) hier in Jinja zu suchen. Dabei bini ch auf Jan gestoßen, der ebenso Deutscher ist und hier eine Kneipe besitzt. Da Jan und ich lose miteinander verabredet waren, machte ich mich nun gestern todesmutig mit einem Boda Boda im Dunklen auf zu seiner Kneipe. Jan war noch nicht da – hmmm. Wohl bestens an die lokalen Gegebenheiten angepasst. Nachfragen konnte ich nicht, denn ich war ohne Handy los. So konnte es mir wenigstens nicht geklaut werden. Also machte ich das Beste draus, bestellte mir ein Waragi-Tonic und wollte mich in eine ruhige Ecke setzen und die Aussicht auf den Nil genießen. Das mit dem Waragi hat geklappt aber zum ruhig sitzen kam ich nicht. Ich wollte mich gerade nieder lassen, da kam ein junger Herr auf mich zu und sprach mich an. Ich wurde quasi genötigt mich mit ihm und seinen Freunden an einen Tishc zu setzen. Keine 5 Minuten später fand ich mich in einer absurden Situation wieder: Stanley, derjenige, der mich ansprach ist Tourguide und versuchte verzweifelt an mir rum zu graben. Und zwar so verzweifelt, dass es schon traurig war. Ich sei etwas ganz besonderes. Gar nicht die typische Deutsche. Ach und ich sei doch hübsch. Und was ich denn hier so machen würde. Und so weiter und so fort….  Befreundet war er mit einem jungen Mann, der in der Bar als Kellner ab und an jobbte, aber wohl an diesem Abend frei hatte und deswegen ebenso sein Glück bei mir versuchte und einer nicht auf den Kopf gefalllenen jungen Kenianerin, die sehr wohl merkte wie absurd ich diese Zwei Spargeltarzane fand. Der letzte im Bunde war der lokale Drogendealer. Wir saßen im Zentrum der Kneipe an einem Tisch und ständig kamen Leute an, die kleine und große Tütchen abholten. Mal Marihuana, mal etwas das eher aussah wie Hasenfutter. Wie mir erklärt wurde stopfte man sich diese Blätter in die Wange und kaute drauf rum um eine aufputschende Wirkung zu erzielen. Außerdem gab es noch etwas das aussah wie rosaner Kaugummi. Kleinste Mengen davon scheinen allerdings bereits für den Konsum zu reichen. Da ich selbst kein Fan von Drogen bin, habe ich mir alles eher mit wissenschaftlichem Interesse erklären lassen. Während die Gesellschaft an meinem Tisch emsig bemüht war high zu werden, wartete ich nun ungeduldiger auf Jan, der aber weiter zu bummeln schien und versuchte weg von dem schleimigen Typen zu kommen, die nachdem sie meinen falschen Ehering entdeckten absolut besorgt um meine Ehe waren und ob das denn gut gehen könne…  Gleichzeitig kletterte die dickste weiße Frau in der Bar sich über einen gut durchtrainierten dunkelhäutigen jungen Mann beugend auf die Bar um Schnaps aus dessen Bauchnabel zu schlecken – ich glaube ich habe den Partyort der Stadt gefunden. Aber warum müssen es immer die Damen sein, die auf die Bar klettern, die das vielleicht lassen sollten?! Jedenfalls hatte der junge Mann danach einen gut desinfizierten und sicher auch Fusselfreien Bauchnabel. Für mich, die eigentlich nur irgendwo nett plaudern, einen Drink nehmen und dann wieder heimschluffen wollte, war das definitiv der falsche Ort, wenn auch psychologisch und soziologisch höchst interessant. Vielleicht nicht immer ganz legal oder moralisch korrekt. Für einen partybegeisterten Mit-Zwanziger wäre das hier jedoch das Paradies. Und so ergriff ich die Chance als die Kenianerin aufbrach und schloss mich ihr an, setzte mich auf ein Boda und machte mich wieder von dannen. Daheim sah ich dann, dass Jan sich für seine Verspätung entschuldigte aber auf dem Weg war – zu doof, wir hatten uns genau verpasst. Aber wenn er seinen Waragi aufgefüllt hat, besuche ich die Kneipe vielleicht nochmal, diesmal aber vielleicht ohne diese sonderbare Gesellschaft oder mit Verstärkung. Allein war mir das etwas zu suspekt.

Jetzt aber genug der Stories. Ich muss jetzt mal nach Besteck und frischem Obst jagen gehen. Dazu muss ich ans andere Ende der Stadt laufen, denn dieses Ende habe ich schon abgeklappter. Nirgends gibt es einfaches Edelstahlbesteck, nur Plastik oder Alu-Zeug und das biegt sich schon beim Hingucken oder fällt noch vor dem Kauf auseinander. Ich habe es sogar schon in Restaurants versucht aber die wollten mir ihr Besteck nicht verkaufen. Derzeit esse ich mit dem Hölzernen Kochlöffel. Eher uncool – vor allem wenn man mal so was unhandliches wie Nudeln machen möchte. Also muss ich weiter jagen: wie gesagt: es gibt nicht immer alles überall, aber irgendwo muss es welches geben und Hanna, die finnische Besitzerin des Deli, einer meiner neuen Lieblingsorte, hat mir einen Tip gegeben wo ich am anderen Ende der Stadt Glück haben könnte. In diesem Sinne wartet gespannt auf die nächsten Abenteuer!

Ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein erster Erfolg für die Maria.

Manchmal sind es die belanglos erscheinenden Dinge, die wir uns aber erarbeiten müssen um ein Stück weit anzukommen. Für mich ist das Erkunden der Stadt und die Erweiterung des Territoriums in dem ich mich halbwegs sicher bewege jeden Tag ein Schritt in die richtige Richtung und trägt ein Stück weit dazu bei, dass ich hier ankomme. Bis ich wirklich sagen würde, dass ich hier angekommen bin und Jinja zu meiner Stadt gemacht habe, wird es aber sicher noch einige Monate dauern.

Mein Ausflug ans andere Ende der Mainstreet (im deutschen Hauptstraße) ging sich eigentlich gut an. Nach einem gigantischen Omelett und knusprigen Bacon, den ich wenige Tage zuvor im amerikanischen Supermarkt gekauft hatte, machte ich mich am frühen Nachmittag auf die Socken. Draußen schien die Sonne, die Wolken versprachen jedoch Regen, der jedoch nicht kam und in der Schwüle verkrochen sich viele Leute nach drinnen. Super: Viel Platz für klein Maria zum Schlendern. Der Tipp von Hannah, der finnischen Besitzerin des Deli, war Gold wert. Ich lief und lief bis ich die Barcleys bank entdeckte, bog nach rechts Richtung Markthalle ab und steckte meine Nase in jede Bretterbude die so aussehen könnte als habe sie Besteck. Und ich hatte auch schnell Glück. Natürlich präsentierte man mir zu aller erst das schöne Plastikbesteck. Ich guckte enttäuscht, dachte schon, dass ich wieder nicht fündig würde. Dann aber schickte die dicke Mama die gerade gemütlich Matoke (Kochbananenmus) in sich hinein schaufelte ihren Handlanger los um in den tiefen der Bretterbude zu suchen. Eine Suche, die sich lohnte. Er präsentierte mir ein ordentliches und vollzähliges Bestecksetz. Gut, eine Gabel war an einer Seite nicht ganz ordentlich geschliffen aber verglichen mit allem was ich gesehen hatte: Eine sehr gute Wahl. Überhaupt war die Bretterbude mit Geschirr und Töpfen bestückt, die generell von besserer Qualität waren als vieles, was ich bisher in der Stadt gesehen hatte. Und so kaufte ich mein Besteck und versprach der dicken Matoke-mampfenden Mama wieder zu kommen sobald ich mein neues Haus bezogen habe.

Nachdem ich jetzt Besteck habe, lohnte sich auch der Gang zum Markt, denn endlich würde ich richtig essen können. Ich kaufte frischen Ingwer (der Verkäufer war ganz enttäuscht, dass ich nur ein viertel Kilo nahm und ich dachte mir nur so: Um Himmels willen, was soll ich mit so viel Ingwer machen?!), eine Avocado (kleiner als die in Kamapala aber weich, mit klapperndem Kern und für 500 Schilling –etwa 13 cent), ein halbes Kilo Mandarinen, ein paar Limetten, Bananen (die kleinen, die es bei uns sauteuer gibt für etwa 60 cent) und natürlich auch eine dicke Ananas, die mit fast einem Euro meine teuerste Errungenschaft auf dem Markt war. Wer viel frisch kocht, kann hier günstig essen. Man muss das ganze natürlich immer heim schlüren…. Teuer sind eher Fertigprodukte: Tomatenmark, Olivenöl etc. schlagen eher zu Buche als Obst du Gemüse. Die Hühner in der Markthalle sind so frisch, die zappeln noch. An den Fisch habe ich mich nicht ran getraut – es war ja schon Nachmittag und ich sollte mir vermutlich einen Fischer suchen, der ihn mir direkt verkauft.

Nach dem Markt ging es mit der Beute heim. Vor der Tür lungerte noch ein Zuckerohrverkäufer rum, also gönnte ich mir noch eine kleine Nacherei für morgen. Als ich gerade zur Tür rein wollte passte mich mein Nachbar ab: ein Inder um die 45 würde ich schätzen, kleines Pläutzchen namens Anon. Anon fragte mich ob ich denn Indisches Essen möge, ich müsse unbedingt vorbei kommen. Ich blieb zurückhalten, vertröstete ihn auf später und verschwand in meinem Teil des Hauses. Den Nachmittag verzog ich mich in den Deli: Mein neuer Lieblingsort. Das traurige am Deli ist, dass er immer nur 9 bis 17 Uhr offen hat. Im Deli bekommt man das Nötigste: Wein, Olivenöl, ein wenig Obst, Gemüse, Eier, auch Cornflakes aber auch Kräuter wie Minze oder Basilikum. Sogar von Haus selbstgemachtes Pesto. Der Deli verkauft auch Wraps und Sandwiches, man kann Kaffee trinken oder selbstgemachte Limonade. Mein Favorit sind jedoch die selbstgemachten Milkshakes. An Picknicktischen kann man es es sich dann im Halbschatten der Palmen gut gehen lassen und das ruhige Treiben am Ende der Mainstreet beobachten. So nahm ich mir heute meinen Frankfurter Krimi mit, setzte mich dort hin, schlürfte meinen Shake und lies den Nachmittag verstreichen. Einer der Gäste verriet mir außerdem das Wifi-Passwort. Besser kann es quasi nicht werden. Außer dass 17 Uhr Zapfenstreich war. Das nahm ich zum Anlass um noch mal die Maistreet runter zu schlendern. Da ich jetzt so viel Obst hatte, wollte ich noch schauen ob ich irgendwo eine Saftpresse bekam um aus meinen Mandarinen Saft zu machen. Neben einem unbändigen Durst auf eine Kalte Cola, den es zu stillen galt, musste ich auch noch für das Auffüllen des Wasservorrates sorgen. Und für mein frisch gekauftes Obst wollte ich auch einen Obstkorb. Auf der Mainstreet gibt es mehr als genug Souvenirläden und so war es nicht schwer ein paar Obstkörbe zu finden. In schickem Grün habe ich für etwas mehr als 5 Euro gleich zwei gekauft – einen für das Gemüse, einen für das Obst. Saftpresse und den Rest gab es auch noch: Tageswerk erfüllt.

Und so ging ich heim, ganz leise, weil ich eigentlich nicht noch mal in den Nachbarn rennen wollte. Aber mein einer Riegel an der Tür quietscht so sehr, dass das unmöglich war. Und so stand wenige Sekunden später Anon freudestrahlend in der Tür und fragte ob heute Abend 8 Uhr passen würde für das Essen. Mist, aus dieser Nummer kam ich nicht mehr raus. Und so werde ich wohl heute Abend noch Indisch essen müssen, auch wenn ich keinen Hunger habe.

Und ihr werdet dann ja sehen, ob ihr noch mal von mir hört oder ob ich angekettet an der Klimaanlage meines Indischen Nachbarn enden werde… Im besten Fall ist es aber lecker und mein Nachbar vielleicht die erste Freundschaft, die ich hier in Jinja schließe. Und Anon hat ein Logistikunternehmen. Man weiß nie wozu das gut ist J

Es bleibt spannend und ich werde euch berichten.

Vertröster

Liebe Leser,
Heute ist Unabhängigkeitstag in Uganda. Deswegen hat mein neuer Lieblingsladen, der Deli, geschlossen. Also bin ich kurzzeitig auf das Space Café ausgewichen. Hier gibt es auch WLAN aber ich habe den Rechner nicht durch die halbe Stadt schleppen wollen. Aber, als kleiner Teaser: es warten bereits mehrer Blogeinträge auf euch.

Für heute kann ich alle des Englischen mächtigen nur mit ein paar mehr Fakten über Jinja vertrösten:
50 FACTS YOU DIDN’T KNOW ABOUT JINJA……. #PART_TWO 
1. British Wartime Prime Minister Winston Churchill played a substantial role in the founding of Jinja when in 1893 on a visit to the empty forested and bushy area, he pondered and prophesied the role Jinja would play when he suggested to Lord Frederick Lugard that „What fun to make the immemorial Nile begin it’s journey by diving through a turbine (dams)“ and further speculated that „in years to come, the Shores of this splendid bay may be crowned with rows of tropical villas and imposing offices and gorge of the Nile, crowned with factories and warehouses. Later, the colonial govt started to consider Jinja as an administrative hub for Uganda and later transformed it into an industrial hub. The prophecy came to pass and is still being fulfilled to date 
2. Uganda’s Motto was borrowed from that of a school in Jinja – Busoga College Mwiri’s „Kulwa Katonda n’egwanga lyaffe“
3. Idi Amin gave his last public address in Jinja in 1979, as he fled Uganda. The Tanzanian army together with Ugandan rebels had over run the capital Kampala and were closing in on him
4. In 1906 Hesketh Bell proclaimed Jinja a Township, in 1957 it was elevated to a Municipality and is expected to be granted city status before 2021.
5. The first resident of Jinja (excluding British Colonialists) to own a car was an Indian settler called Hajji Tamachi. He bought the car from the then Governor in circa- 1917.
6. The oldest building still in existence in Jinja is the Vicars Residence at St. Andrews Church built in 1914
7. Did you know that you can have a whole breakfast with products exclusively made in Jinja, ie, sugar, tealeaves, bread, milk and margarine, from Kakira Sugar, Eagle Investments, Engaano Millers, Kiira Jersey Diary and Bidco Uganda respectively?? 
8. The Great Bunyoro King Kabalega, popular for resisting colonial rule, died in Jinja at Mpumudde on his way back to Bunyoro from exile in the 1920’s
9. Jinja was the first place in Uganda to get a post office in 1906. The post office was an idea of Hajji Tamachi, an Indian settler had proposed to the British to set up one, however, he ended up funding it himself after the British claimed it wasn’t viable at the time. 
10. With at least 12 radio stations, Jinja has the second highest number of radio stations outside Kampala Metropolitan area 
11. Main Street is approximately 2 km end to end, making it the second longest street in Uganda, with Kampala’s Jinja Road and Kampala Road being the only ones that rival it. The street is so straight that you see it one end from another
12. At one point Jinja SSS had over 6, 000 students in the 80s and early 90s and was arguably the largest Secondary School in Africa in terms of number of students.
13. The Rebel leader Alice Lakwena of the Holy Spirit Movement was defeated in Jinja when she attempted to advance onto Kampala through Jinja, against the new NRA government in 1987
14. The oldest commercial building still in existence in Jinja was built by Vithaldas Kalidas, an Indian settler in 1919
15. Jinja town has the highest number of single sex schools in Africa and probably the world. There are six single sex schools, three are only-male and three are only-female schools 
16. Jinja is the only District in the whole of Uganda with a private fully fledged town. Kakira Town (Part of it) 
17. The oldest known photograph of Jinja is that the source of the Nile. The photo was taken in the early 1900s, and although rather fuzzy shows rapids at the beginning of River Nile. 
18.JINJA is the only town outside Kampala and Entebbe with a Java House restaurant. 
19. Built in 1955 for black industrial workers, Walukuba African Housing Estate in Walukuba, is one of the Largest and oldest housing Estates in Uganda
20. According to the National Development Plan and KCCA Act, Jinja Municipality is considered part of the Greater Kampala Metropolitan Area- GKMA. This includes Entebbe, Wakiso, Mukono, Mpigi and Jinja Municipalities and accounts for 80% of Uganda’s Economy. 
21. With 85km out of 180km, Jinja has the second longest network of tarmac roads (although most are in a poor state) after Kampala metropolitan area 
22. The only Cemetery in Uganda for World War 2 Veterans under the Kings African rifle that fought for the British Empire against NAZI Germany is found in Jinja 
23.At one time, several lions roamed the area around, Kakira, Budondo and Magamaga. However, they were wiped out as the sugar plantations took over the area 
24. Jinja Municipality is approximately 28 square kilometers or just over 2800 hectares, which amounts to over 1750 football pitches.
25. A quarter of the Land area in Jinja District is under commercial agriculture of mostly sugar canes 
26. Built in 1954, Ripon Hotel is the oldest hotel in Jinja and third oldest in Uganda after Speke Hotel and Masindi Hotel.
27. The largest Bridge in Uganda is found in Jinja, the Owen Falls Dam bridge. With the completion of the new Nile Bridge in 2018, Jinja will have the two largest bridges in Uganda in its vicinity
28. About 25% of the working population of Jinja is involved in public service, 18% in agricultural services, 13% in manufacturing sector and 8% in the financial institutions 
29. Jinja is the only town in the world that lies within the vicinity of four Hydro power stations, Owen Falls Dam, Kiira Dam, Bujagali Dam and Isimba Dam, currently under construction
30. Jinja District has the third highest proportion of population in the urban areas. Kampala has 100%, Mbarara has 43%, Jinja 37%, Gulu 35% and Wakiso 33%
31. Piped water coverage in Jinja Municipality stands at 100%, where as that of Kampala city is just over 85%
32. Jinja has the highest number of private health facilities outside Kampala Jinja has the highest number of private health facilities outside Kampala 
33. Walukuba Estate has produced the highest number of players in the national team (currently over 20+), more than any other town, area or district, including Geoffrey Massa, Abel DHAIRA, Andy Mwesigwa etc. 
34. The Kings African Rifle, Uganda’s colonial era army had their HQ in Jinja in Kimaka. The Barracks is presently called Gaddafi Barracks 
35. Mwiri Hill is considered to be the highest Hill in Jinja District 
36. Jinja holds residence of two former somali presidents including sheikh Abudallah and Sheikh Ahmed
37. The water bodies around Jinja were once filled with Hippos, however, today, there’s none. NOT EVEN ONE. 
38. About 5% or the equivalent of 133 hectares of land in the Municipality is reserved for industrial development. This is enough space for about 500 industries, each occupying an acre
39. Jinja is home to the prestigious Civil service College, the only civil servants training College in Uganda 
40. The Jinja – Kampala Express Way expected to start in 2017 will be the widest with dual carriageway on either side and will also be the most expensive road ever built in Uganda, with some estimates putting the cost at about Shs 5 trillion 
41. 50% of the population of Jinja town are Migrants from other parts of the country or other countries
42. Only 35% of the population in Jinja Municipality is employed.
43. Jinja District covers only 0.3% of the total land area in Uganda. Kotido being the biggest district covers about 5% and Gulu is at 4.9%
44. The Kyabazinga coronation rituals are performed on Mpumudde Hill in Jinja, the same site where Omukama Kabalega died
45. Approximately 3% or about 3, 000 of the Municipality population of foreigners with varying decent. Most are of Indian decent, Pakistani, European, Arab and Somali decent 
46. Satellite photos and surveys show that Jinja Municipality is growing northwards towards Kamuli and Westwards in Njeru, Buyala and Mbiko. Jinja is not extending Eastwards because of the Sugar Cane Plantations barrier
47. Over 70% of businesses in Jinja are owned by people of Indian decent
48. Currently in excess of 100,000, Jinja District has the fourth highest number of students in educational institutes found in the district(University, Institutions, Secondary and primary levels). Wakiso, Kampala and Mukono hold the highest numbers in that order
49. Did you know that it would be illegal to build a skyscraper in Jinja according to the tourism master plan that designated Jinja among the 10 Tourism Zones
50. Over 80% of imports by road into Uganda, inevitably pass through Jinja at one stage of their Journey
51. JINJA District is bordered by five districts. Buikwe, Kayunga, Luuka, Iganga and Kamuli Districts
52. 85% of Jinja’s population is considered literate
53. 40% of Jinja Municipality is undeveloped and available for future development compared to less than 5% inside Kampala City
54. President Kagame of Rwanda , former President Milton Obote, Former Vice President Wilberforce Nadiope all attended school in Jinja
55. Jinja is the most well planned town in Uganda. Jinja has maintained its colonial era structural plan. 
56. Jinja is has the third largest proportion of built up area. Jinja had 18 Square Km of built up land, Kampala has 81 Sq Km, Wakiso has 30 Sq Km, while Mukono comes fourth with 14sq. Km

Und Dieses Gefühl in meinem Bauch…

Heute geht es mal ans Eingemachte. Ich hoffe ihr seid alle bereits mit dem Frühstück fertig und wieder in der Gemütslage euch mit den wirklich ehrlichen Themen auseinander zu setzen. Heute soll es um Verdauung und Bakterien gehen. – quasi eine Hommage an ein sich im Bücherregal meiner Mutter befindliches Buch, das den Namen „Darm mit Charme“ trägt.

Wenn so ein europäischer Körper hier in Ostafrika ankommt, dann ist er vor allem erst mal eins: Frischfleisch. Frischfleisch für allerlei Bakterien. Wer denkt, dass man sich in europäischen Ubahnen zur Grippezeit schnell etwas einfängt, der sollte eine Runde hier unterwegs sein. Händewaschen ist keine Priorität. Oft ist ja auch kein Wasserhahn zu Hand, geschweige denn Seife. Formelle Begrüßung und Handschlag sind aber Pflicht. Als kleiner deutscher Germophon, hat man es da nicht immer leicht…

Und was passiert dann, fragt sich der ein oder andere? Tja, dann hat man auch ganz pünktlich zur Regenzeit, die sich ehrlich gesagt anfühlt wie heimisches Wetter in Deutschland mit der Ausnahme, dass nach einer Weile der Regen auch wieder weg ist und die Sonne scheint, die fetteste Erkältung ever. Dann schleppt man sich mit Halsschmerzen, verstopfter Nase und Ohrenschmerzen zur Arbeit und vegetiert dort vor sich hin. Aber mit so einer Erkältung ist das wie mit dem Regen hier: sie bleibt nicht Lang und kurz danach scheint die Sonne wieder. Und so sitze ich hier zwar noch erschöpft aber wieder gesund und tippe euch einen Artikel zum Thema Verdauung. Denn die Ostafrikanischen Bazillen können nicht nur Erkältung: Mein Bauch gewöhnt sich derzeit doch noch sehr an die Umstände hier. Anders als unter Malariaprophylaxe habe ich immerhin nicht fetteste Bachkrämpfe aber schubweise grummelt der Bauch aus heiterem Himmel aufs derbste los (sehr gern direkt nach dem Essen)… dann fragt man sich in regelmäßigen Abständen wie weit doch die nächste Toilette wohl weg ist und ob diese unbesetzt ist. Und stellt euch erst die Schrecksekunde fest, wenn man feststellt, dass sich dort gerade jemand häuslich eingerichtet hat….

Das soll nicht heißen, dass man hier mit Dauerscheißerei auf dem Klo sitzt… oftmals ist es falscher Alarm, der Bauch nur von irgendwas aufgebläht und es ist ein unsanftes lautes Tönchen, begleitet von ein paar Krämpfen, das mühsam herausgrepesst nun doch endlich entweicht. Der Akt der Befreiung und das erleichterte Gefühl danach sind jedoch auch bei falschen Alarm nicht zu unterschätzen. Und man weiß ja nie ob es nicht doch der Ernstfall ist – es könnte also beschissen enden. Nach dem dritten oder vierten Tag damit gewöhnt man sich auch etwas daran. Vielleicht ist Verdauung auf Ostafrikanisch einfach so. Vielleicht geht es auch irgendwann vorüber und der Körper passt sich an…. Dieser Langzeitstudie werde ich mich jetzt erst mal widmen. Das Mittagessen wir auch schon bald vorbereitet…. Danach mache ich eine neue Erhebung.

 

In diesem Sinne, habt alle einen Zauberhaften Tag und erfreut euch an den einfachen Dingen im Leben!

 

PS: Ich vermelde diese Woche weitere Fortschritte im Bereich Anpassung:

  • Ich bin das erste mal Boda-Boda gefahren. Das sind die lokalen Möppels mit denen hier jeder durch den Verkehr schießt. Da ich mich reflexartig jedoch erst mal am Fahrer festhalten wollte, war dessen Reaktion: Fährst du das erste mal?! Mist, ertappt. Es war wohl zu offensichtlich. Schnell habe ich mich in die wackeligere Position begeben, den Griff hinter mir genutzt und ein Stoßgebet zum Himmel geschickt, dass die Fahrt über die Buckelpiste gut gehen würde. Es ging alles gut. Mein Fahrer fuhr äußerst vorsichtig über die „marram road“(so nennt man hier die ungeteerten Straßen) und brachte mich wohlbehalten heim.
  • Die Haussuche schreitet voran. Ich habe etwas nettes ins Auge gefasst (200m von der Arbeitsstelle entfernt und um die Ecke vom Stadtzentrum für unschlagbare 650 Dollar kalt.)aber noch keinen unterschrieben Mietvertrag. Den aufmerksamen Leser dieses Artikels wird es jedoch freuen zu hören, dass es im Haus 3 Badezimmer gibt – also selbst wenn alle Gästezimmer belegt sind, hätte dennoch jeder sein eigenes Klo.
    Der Umzug nach Jinja ist jedoch noch nicht vollzogen – momentan pendle ich noch zwischen Kampala und Jinja hin und her und lebe im Haus meiner Kollegin Hilde, was fetzt, da man hier Familienanschluss hat, immer was los ist und Hilde eine sehr große Hilfe bei sehr vielen Sachen ist.
    Außerdem schmeiden wir bereits Reisepläne – ggf. geht es übernächste Woche bereits nach Kenia und Tanzania. Für November ist für einen von uns im Team auch die Teilnahme an einer Konferenz in Südafrika im Gespräch… also viel los hier.
  • Erste Hürde genommen: Nach nur rund 10 Besuchen auf der Bank habe ich inzwischen geschafft ein ugandisches Bankkonto zu eröffnen und habe sogar eine Bankkarte. Wohooo!

 

 

…Angekommen.

Liebe Leser,

 

für alle, die es noch nicht gehört haben: Ich bin gut angekommen. Im moment residiere ich noch in Kampala, bevor es dann in zwei Wochen weiter geht nach Jinja. Wohnen darf ich derzeit in Hildes (meine Kollegin!) Residenz. Ein nettes großes Haus in einer einfachen Wohngegend mit einem Sack voller Flöhe (die beiden Töchter) und einer Haushälterin, die wirklich gut kocht… Ihr seht also, dass ich es hier sehr gut getroffen habe und es der perfekte Ort zum Ankommen ist.

Gestern ging es auch schon direkt ins Büro – bombardiert mit Infos und Namen, kann ich mich heute nur noch an die Hälfte erinnern. Jetzt gilt es für uns erst einmal unser Büro in Jinja flott zu machen …. das fängt bei den Bürostühlen an und hört bei ein paar Vorhängen auf. Die Möbelläden von Kampala kenne ich nun schon, aber fragt mich nicht wo die waren – diese Stadt ist so riesig, dass man sich ganz verloren darin vorkommt. Und noch kann ich mir nicht vorstellen, dass ich jemals meinen Weg durch dieses Chaos finden werde. Aber: kommt Zeit, kommt Rat. Irgendwie wird es schon gehen. Erst mal muss ich mich auch um die üblichen Sachen kümmern: Aufenthaltserlaubnis, Arbeitserlaubnis, ein Bankkonto einrichten, eine SIM-Karte besorgen. Stück für Stück erkämpfen wir uns auch einen Plan davon, was es alles zu erledigen gibt, stolpern über Sachen die anders sind als erwartet etc… Wir haben noch viel zu tun bevor dieses Projekt richtig anfängt.

Aber, wir haben uns heute auch bereits eine kleine Planänderung erlaubt. Wir liebäugeln mit der Möglichkeit bereits am Freitag mal kurz nach Jinja zu fahren und vielleicht erste Häuser anzugucken. Auch will ich diese oder nächste Woche etwas angehen, was so mancher im Büro nach fast einem Jahr noch nicht geschafft hat: Ein Bankkonto eröffnen.

Und eigentlich wöllte ich euch auch noch mehr schreiben aber ich habe bereits den ganzen Tag am Rechner gesessen, Mails getippt und bin nun ziemlich alle. Hildes Kinder haben außerdem gerade angefragt ob wir noch eine Runde Karten spielen – ihr seht: gesellschaftliche Verpflichtungen!

 

Daher meine lieben Leser, macht es gut für heute. Grüße von der Mitte der Welt aus der Perle Afrikas.

 

PS: Für eingeweihte: Die Mission Äquatorschaf lebt! Heute auf dem Weg zur Arbeit ist mir ein Schaf begegnet. Ich könnte also theoretisch doch meine eigene Wolle produzieren und Wollsocken stricken!